
Museum HR Giger
GK-Photography | Arbeitsblog auf kontrastwerk.ch
Das Kollektiv 26 - zudem auch ich von KONTRASTWERK gehöre, setzt sich in diesem Projekt mit der Welt von H. R. Giger auseinander – nicht als Nachbildung seiner Werke, sondern als fotografische Interpretation seiner Themen.
Der Ort
Das HR Giger Museum im Château St. Germain in Gruyères existiert seit 1998. Giger kaufte das Schloss aus dem 13. Jahrhundert, nachdem er sich in die mittelalterliche Kleinstadt im Kanton Freiburg verliebt hatte. Das Museum beherbergt die umfangreichste Sammlung seiner Werke: Gemälde, Skulpturen, Möbel, Filmdesigns – von den frühen 1960er-Jahren bis zu seinem Tod 2014. Darunter die Oscar-prämierten Entwürfe für Ridley Scotts «Alien» (1979), Arbeiten für «Species», «Poltergeist 2» und die nie realisierte Jodorowsky-Verfilmung von «Dune». Im dritten Stock befindet sich Gigers private Sammlung fantastischer Kunst.
Wer Giger nur als den «Alien-Mann» kennt, versteht ihn nicht. Hans Ruedi Giger (1940–2014) war Churer, gelernter Industriedesigner und einer der einflussreichsten Künstler der fantastischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine biomechanische Ästhetik – die Verschmelzung von Organischem und Maschinellem – hat nicht nur Film und Kunst, sondern auch Musik, Tattoo-Kultur und Industriedesign nachhaltig geprägt.
Das Projekt
KONTRASTWERK interpretiert zusammen mit dem Fotografen-Kollektiv26 Gigers Welt fotografisch. Keine Reproduktion, keine Nachstellung. Gigers Kunst bewegt sich zwischen Vision und Wirklichkeit, zwischen Körper und Maschine, zwischen Licht und Schatten. Diese Gegensätze übersetzt die Serie in eine eigene Bildsprache: reduziert, experimentell und bewusst still.
Entstanden ist eine Serie von zehn Aufnahmen, die Gigers Geist nicht zitiert, sondern spürbar macht – durch Formen, Texturen und Atmosphären, die zwischen Faszination und Unbehagen oszillieren.
Die Bilder zeigen nicht einfach Exponate ab. Sie suchen in den Räumen, Oberflächen und Strukturen des Museums nach dem, was Gigers Werk antreibt: die Auflösung der Grenze zwischen dem Vertrauten und dem Fremden. Das Château St. Germain mit seinen alten Mauern und den biomechanischen Installationen liefert dafür den perfekten Rahmen – ein Ort, an dem sich Mittelalter und Science-Fiction ohne Ironie begegnen.
Warum Schwarzweiss
Die Entscheidung für Schwarzweiss war keine stilistische Spielerei. Gigers wichtigste Arbeiten – die Airbrush-Gemälde, die «Necronomicon»-Serie, die Alien-Designs – sind selbst weitgehend monochrom. Schwarz, Weiss und die Grautöne dazwischen sind Gigers Territorium. Farbe hätte in diesem Kontext abgelenkt. Schwarzweiss reduziert auf das, was bleibt: Form, Licht, Textur, Unbehagen.
Dank
Herzlichen Dank an das Museum HR Giger in Gruyères für die Möglichkeit, dieses Projekt zu realisieren.
Die komplette Serie ist auf gk-photography.ch/museum-hr-giger zu sehen.
